18.08.26 –
In der gestrigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses sowie des Bau-, Verkehrs-, Wirtschafts- und Umweltausschusses haben wir mehrere Anträge eingebracht, mit denen wir konkrete Impulse für Hainburg setzen wollten, insbesondere bei Wald, Wasser, Klimaanpassung und Aufenthaltsqualität.
Dabei gab es unterschiedliche Ergebnisse.
Unser Antrag zur Ersatzaufforstung für den Waldverlust durch die Spessart-Odenwald-Leitung wurde vom Bürgermeister nochmals aufgenommen.
Wir begrüßen das. Wenn für die Leitung Wald verloren geht, sollte Hainburg darauf achten, dass lokal geeignete Flächen für einen ökologisch sinnvollen Ausgleich gefunden werden.
Auch unser Vorschlag, die Bewässerung der Sportplätze mit Grundwasser zu prüfen, soll weiterverfolgt werden.
Das halten wir für sinnvoll: Trinkwasser ist eine wertvolle Ressource. Gleichzeitig muss natürlich geprüft werden, welche technische Lösung möglich ist und ob sich eine entsprechende Investition wirtschaftlich rechnet. Für uns gilt dabei: Erst solide prüfen, dann entscheiden.
Die Idee einer überdachten Sitzgelegenheit am Festplatz Hainstadt soll ebenfalls weiter geplant werden.
Wir freuen uns darüber, dass der Wunsch nach einem solchen Aufenthaltsort für Jugendliche und andere Nutzerinnen und Nutzer des Festplatzes aufgegriffen wird. Gerade bei kleineren Maßnahmen kann kommunale Politik unmittelbar vor Ort etwas bewirken.
Unser Antrag für eine Niederschlagswassersatzung wurde dagegen abgelehnt.
Begründet wurde dies damit, dass das Thema Zisternen bereits in den Leitlinien der Gemeinde berücksichtigt sei.
Wir sehen darin allerdings einen wichtigen Unterschied: Leitlinien sind nicht verpflichtend. Genau deshalb hätten wir uns eine verbindlichere Regelung gewünscht.
Die von uns vorgeschlagene Regelung hätte aus unserer Sicht dazu beitragen können, mehr Bewusstsein für die Nutzung von Regenwasser zu schaffen. Gerade wenn sich eine Zisterne – wie in den Beratungsunterlagen dargestellt – über die eingesparten Frisch-, Abwasser- und Niederschlagswassergebühren über einen überschaubaren Zeitraum amortisieren kann, lohnt es sich, über verbindliche und zugleich faire Lösungen zu sprechen.
Unser Ziel ist dabei ausdrücklich nicht, Bürgerinnen und Bürger unnötig zu belasten. Es geht darum, Regenwasser stärker als Ressource zu nutzen und Trinkwasser einzusparen.
Auch unser Antrag für einen kommunalen Hitzeaktionsplan wurde zunächst nicht weiterverfolgt.
In der Sitzung wurde mitgeteilt, dass der Kreis Offenbach inzwischen selbst an einem Hitzeaktionsplan arbeitet. Die Gemeinde möchte zunächst abwarten, was der Kreis vorlegt.
Wir können nachvollziehen, dass die Verwaltung ihre begrenzten Kapazitäten berücksichtigen muss. Das Rathaus ist bereits stark belastet.
Trotzdem sehen wir das Thema anders: Ein Kreis kann wichtige übergeordnete Grundlagen schaffen, aber viele sinnvolle Maßnahmen können nur vor Ort entwickelt werden.
Wo gibt es in Hainburg besonders heiße Aufenthaltsbereiche?
Wo fehlen Bäume und Schatten?
Wo könnten Trinkwasserangebote sinnvoll sein?
Welche Plätze könnten im Sommer als kühle Aufenthaltsorte dienen?
Welche Maßnahmen sind für unsere Schulen, Kitas, Seniorinnen und Senioren oder Vereine besonders wichtig?
Dafür braucht es nicht zwingend erst einen fertigen Kreisplan.
Wir hätten uns deshalb gewünscht, schon jetzt erste lokale Ideen zu entwickeln, die später in einen übergeordneten Kreisplan einfließen können.
Nicht jeder unserer Vorschläge wurde angenommen. Bei einigen Themen konnten wir aber erreichen, dass sie weiterverfolgt oder geprüft werden.
Für uns bleibt dabei eine klare Linie:
Hainburg soll bei Wald, Wasser und Klimaanpassung nicht nur reagieren, sondern frühzeitig eigene Lösungen entwickeln.
Wir werden deshalb weiter darauf achten, dass aus Prüfaufträgen und Ankündigungen auch konkrete Maßnahmen werden und dass gute Ideen nicht allein deshalb liegen bleiben, weil andere Ebenen ebenfalls an Konzepten arbeiten.
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