Bebauungsplan Simeonstift

Vorlage der Verwaltung kann so nicht zugestimmt werden

Auf dem Gelände des Simeonstifts plant ein Investor 12 Wohnblöcke mit insgesamt ca. 100 Wohneinheiten zu errichten. Trotz einiger Bedenken (fehlenden ÖPNV-Anbindung, Zersiedelung der Landschaft) unterstützen die Hainburger Grünen die Maßnahme, da es um die Beseitigung der nicht mehr genutzten und leerstehenden Abbruchgebäude geht und bezahlbarer Wohnraum fehlt, insbesondere für einkommensschwache Familien. Die Ökopartei hat vorgeschlagen, im südlichen Teil des Gebiets auf den Bau von 3 Wohnblöcken zu verzichten, um die Bebauung nicht dichter an das Ackerland heranzuführen. Außerdem könnte damit die zu erwartende Verkehrsbelastung vor dem Eingang und Aufhaltbereich des Wohnheims in Grenzen gehalten werden. „Auch die nur 6,55 % der für den sozialen Wohnungsbau vorgesehenen Bauflächen sind zu gering,“ so der Bauexperte Hans- Peter Bicherl.  

Die Grünen haben auch vorgeschlagen, für die Andienung auf dem Gelände des Simeonstiftes ein kleines Baufenster Richtung Kapellenweg vorzusehen, damit ggf. eine Entlastung des Weges vor dem Eingang des Wohnheims erfolgen kann, wenn alle Gebäude fertig gestellt sind. Diese Vorschläge wurden von der CDU kompromisslos abgelehnt. Der Bürgermeister und die CDU-Fraktion „glauben“, dass der Investor die Verkehrsprobleme auf dem Gelände in den Griff bekommt. Sie glauben auch, dass es vor dem Sportplatz, wo Autos bis an die Bordsteinkante parken und an der Kreuzung Fasaneriestraße/L3065 durch den zusätzlichen Verkehr keine Probleme entstehen werden. „Wie der stark zunehmende Begegnungsverkehr an der Ecke Triebweg funktionieren soll, wo sich Fußgänger auf der Straße bewegen müssen, weil auf beiden Seiten kein Bürgersteig existiert und ein Trafohäuschen direkt an der Straßenecke steht, erschließt sich mir nicht,“ meint der Stellvertretende Bauausschussvorsitzende Horst Winter.   

Irritiert zeigen sich die Grünen auch über eine Berechnung der Verwaltung, die als Folgekosten für die Gemeinde lediglich 300.000€ vorsieht. In der Berechnung wurde aufgezeigt, dass im künftigen Wohngebiet lediglich 5,5 Kinder im Kindergartenalter leben werden. Für einen Kindergartenplatz wurden als Kosten 55.000€ angesetzt. Nachdem im Ausschuss aufgezeigt wurde, dass mit mindestens 16 Kindern zu rechnen ist, und damit mit Kosten von über 800.000€ zurechnen ist, hat die Verwaltung eine neue Berechnung vorgelegt und ein KiTa-Platz kostet plötzlich nur noch zwischen 8.000€ und 39.000€. Für die Sanierung von Kanal und Wasserversorgung im Kapellenweg sind 1,03 Mio. im Zusammenhang mit der Baumaßnahme Simeonstift im Haushalt der Gemeindewerke eingeplant.  

„Weitere Zahlen und Meinungen klaffen noch weit auseinander,“ so Thorwald Ritter, der seit zwei Jahren sich bemüht, die Fehler und Widersprüche aufzuklären und abzustellen. „Der Widerspruch zwischen der tatsächlichen Grundstücksfläche und der Eingriffs-/Ausgleichsbilanz von 1.230 m² konnte noch nicht behoben werden. Ob die nach Abriss der alten Pflegeheime neu zu bebauenden Flächen, ohne oder mit Versiegelung einer Wiesenfläche im Süden des Simeonstiftgeländes erfolgt und wie die zukünftige und auch während der Bauzeit nötige Erschließung sich gestaltet, das blieb strittig. Dass die Laster demnächst vor dem Zinsendorfhaus hin- und herfahren, und dass es keine nachvollziehbare Bestandskarte als Grundlage der Eingriffs-/Ausgleichbilanzierung gibt, die nun angeblich mit einem Minus von 123.005 Wertpunkten endet, blieb für die CDU-Fraktion unproblematisch und vernachlässigbar“.    

Einfahrt Simeonstift

Bild: Einmündung in das Gelände des Simeonstifts an der Ecke Triebweg ohne Bürgersteige. Hier sollen sich künftig Fußgänger, Besucher, das Personal und die Baufahrzeuge nach den Vorstellungen der CDU begegnen. .

 

 20201218_Bebauungsplan_PB_60092-P(1).pdf