Filmabend in der Gaststätte Alt-Athen / Klein-Krotzenburg

"Eine neue Vision für die Welt: Wir müssen etwas tun. JETZT!" Cyril Dion

Beeindruckt zeigten sich die zahlreichen Besucher von den Botschaften des Films „Tomorrow“ den die Hainburger Grünen präsentierten. Es wurden für alle zukunftsrelevanten Themenfelder Lösungen aufgezeigt, die bereits heute funktionieren. Kopenhagen, die Hauptstadt Dänemarks, ist die erste CO2-neutrale Stadt. Erreicht wurde das neben einem konsequenten Ausbau der Windkraft für die Stromerzeugung durch eine Umstellung der Versorgung der Wohnungen mit Heizenergie aus Biomasse und Abfällen, die heute mehr als 58% der Heizenergie liefern.[1] Gleichzeitig wird der Wärmebedarf der Häuser systematisch reduziert. Der zweite Verursacher von Emissionen ist der Verkehrssektor. Hier gibt es auch beindruckende Erfolge: Nur noch 20% der Bewohner haben ein Auto. Bereits heute werden dort mehr als 70% des Verkehrs zu Fuß, per Rad oder mit dem ÖPNV abgewickelt.[2] Möglich wurde das durch eine konsequente Priorisierung dieser Verkehrsträger. Ursache für die Abkehr vom motorisierten Autoverkehr war der nicht mehr darstellbare extreme Flächenverbrauch für zusätzliche Straßen und Parkflächen und auch die zunehmende Luftverschmutzung, denen mit dem Maßnahmen erfolgreich begegnet wurde.  

Mit verschiedenen Beispielen wurde die Produktivität einer kleinbäuerlichen Landwirtschaft aufgezeigt, die deutlich weniger Flächen, Spritz- und Düngemittel benötigt als die industrielle Landwirtschaft, die ohne die hohen Agrarsubventionen nicht konkurrenzfähig wäre. Die heutigen Lebensmittelpreise spiegeln nicht die wahren Kosten wieder, weil nämlich Subventionen vom Steuerzahler gezahlt werden, die Kosten für die Trinkwasseraufbereitung z.B. durch die Nitratbelastung, die Verbraucher über den Wasserpreis tragen, die Kosten für das Artensterben durch den Einsatz von allen möglichen Spritzmitteln auch andere Spezies tragen, z.B. Insekten und Vögel, weil denen die Lebensgrundlage fehlt.     

An weiteren Beispielen wurde aufgezeigt, wie die Energieversorgung ohne fossile Energieträger erfolgen kann. Höchste Priorität dabei hat die Verbesserung der Energieeffizienz, d.h. die Verschwendung von Strom, Heizwärme, Transportenergie und in der Landwirtschaft muss konsequent vermieden werden. 50% bis 60% können eingespart werden![3] Dann gelingt es, mit Sonnenenergie, Windenergie, Wasserkraft und Biomasse den Energiebedarf auch einer Industriegesellschaft zu decken. „In Schweden liegt der Anteil an erneuerbaren Energien dank einer extrem hohen CO2-Steuer von 100€ pro Tonne bereits bei 51% …Trotzdem bleibt Schweden ein hochentwickeltes Land.“      

In einer anschließenden Diskussion wurde überlegt, was die Erkenntnisse für Hainburg bedeuten: Ausbau der Solarenergienutzung auf möglichst allen geeigneten Dächern. Die Gemeinde könnte hier ein Vorbild sein z.B. auch auf den Feuerwehrhäusern, dem Badeseegebäude, der Kläranlage usw. Nutzung von Biomasse (Holz, Pellets, Hackschnitzel…) in Heizungsanlagen, konsequente Nutzung des Klärgases auf den Kläranlagen. Einsparungen durch eine bessere Dämmung der Wohngebäude, Neubau von Gebäuden nur noch im seit Jahren bewährten Passivhausstandard. Ausbau und Verbesserung der Radwege, z.B. Verbreiterung des Mainuferradwegs, barrierefreie Gestaltung des Schleusenstegs, bessere Aufenthaltsmöglichkeiten z.B. an der Böhnsgasse. Keine Priorisierung von zusätzlichen Parkplätzen auf Grünanlagen (Schillerstraße) sondern Schaffung von Freiräumen für Fußgänger und Radfahrer. Auch die sich dahinschleppende Sanierung der Straßenbeleuchtung wurde angesprochen ganz zu schweigen von der Umrüstung der Beleuchtung in den Gebäuden auf LED, die bis zu 80% Stromkosteneinsparungen ermöglichen.

Am Freitag, den 22.02.19, zeigten die Hainburger Grünen in der Gaststätte Alt-Athen (Kirchstr. 54, Klein-Krotzenburg) um 19:30 Uhren den Film  den Film „Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“: Die Schauspielerin Mélanie Laurent und der französische Aktivist Cyril Dion wollten sich mit dem wahrscheinlichen Zusammenbruch unserer Zivilisation nicht abfinden. Schnell ist ihnen jedoch klar, dass die bestehenden Ansätze nicht ausreichen, um einen breiten Teil der Bevölkerung zu inspirieren und zum Handeln zu bewegen. Also sprechen sie mit Experten und besuchen weltweit Projekte und Initiativen, die alternative ökologische, wirtschaftliche und demokratische Ideen verfolgen. Was sie finden, sind Antworten auf die dringendsten Fragen unserer Zeit. Entstanden ist ein Dokumentarfilm, über die Lösungen, die wir brauchen, um den globalen ökologischen Kollaps aufzuhalten: „Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“ Mit dem César als Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet, werden zu den Bereichen Ernährung, Energie, Wirtschaft, Bildung und Demokratie vielversprechende Projekte und Initiativen aufgezeigt, u.a. in Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Indien und den USA.

  [1] Cyril Dion: Tomorrow Seite 98 [2] Dito Seite 99/102 [3] Dito Seite 77