Diskussionsveranstaltung im Nachbarschaftshaus

Vorschulische und schulische Bildung verbessern mit Mathias Wagner

Der "Pakt für den Nachmittag" und weitere bildungspolitische Themen wurden diskutiert auf Einladung des Hainburger und Seligenstädter Ortsverbandes im Nachbarschaftshaus in Seligenstadt.

Gastredner war Mathias Wagner, Grüner Fraktionsvorsitzender im hess. Landtag

Mathias Wagner

Das Konzept der Bildungs- und Betreuungsgarantie für Grundschulkinder aus dem GRÜNEN Wahlprogramm hat als Pakt für den Nachmittag 1:1 Eingang in den Koalitionsvertrag gefunden. Mit dem Pakt soll schrittweise an allen Grundschulen ein Bildungs- und Betreuungsangebot von 07.30Uhr bis 17:00 Uhr ermöglicht werden. Ziel ist einerseits mehr Zeit zur Förderung der Kinder und andererseits eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Im Schuljahr 2015/2016 haben sechs Schulträger mit 57 Schulen in einer Pilotphase begonnen, den Pakt umzusetzen. Die Umsetzung erfolgt nach dem Prinzip der Freiwilligkeit. Das bedeutet, dass sich die Schule gemeinsam mit dem Schulträger, der Gemeinde, den Eltern und den Betreuungsvereinen über ein Konzept verständigen und das dann umsetzen. Das Land stellt dann einen Teil der notwendigen Mittel bereit. Pro 100 Schüler wird eine Lehrerstelle zusätzlich bereit gestellt. Diese kann zu 2/3 auch als Zuschuss ausgezahlt werden. Damit übernimmt das Land rechnerisch die Betreuung bis 14:30Uhr. Wie das konkret vor Ort organisiert wird, ist Sache der Beteiligten. Das Angebot richtet sich an alle Schulen des Landes Hessen.

In der Diskussion wurden verschiedene Problemfelder angesprochen. Einige hier in Kurzfassung:

Derzeit dominiert die Betreuung über der Förderung, ist das richtig? Nein, das ist so nicht zutreffend. In der Nachmittagsbetreuung werden an den Schulen unterschiedlichste Angebote gemacht. Exkursionen zu Vereinen, zu lokalen Highlights usw. sind sehr wohl eine Förderung, die über das hinaus geht, was die Schule nach Lehrplan bietet. Dieses Angebot ist vom Engagemant der Lehrer(innen) und Betreungskräfte abhängig und das soll auch so bleiben, weil nur damit auf die örtlichen Bedingungen optimal eingegangen werden kann.

Wie funktioniert die Bereitstellung der notwendigen Räumlichkeiten? => Das ist die Aufgabe des Schulträgers. Der Kreis Offenbach erhält in diesem Jahr 31 Mio. € aus dem Investitionsprogramm des Landes Hessen, das er dafür einsetzen kann.

Gibt es auch eine echte Ganztagsschule? => Nein, das ist noch keine echte Ganztagsschule, aber ein weiterer Schritt dort hin.

Wer koordiniert federführend die Umsetzung des Paktes vor Ort? Dafür gibt es keine Anweisung. Die Initiative kann von der Schule, der Gemeinde, den Eltern oder den Betreuungsvereinen ausgehen.